Als die Landkarte von Afrika im Kinderbuch noch weisse Flecken hatte und die Frage des Jungen: «Gibt es dort Menschenfresser?» mit «NEIN!» beantwortet wurde, obwohl er in einem anderen Buch genau das gesehen hatte: eine Zeichnung mit gefesselten, weissen und nackten Männern mit komischen Hüten in einem riesigen Kochtopf über einem Feuer. Und um den Topf im Kreise tanzende schwarze Männer - auch nackt. Da hatte er sich für seinen zukünftigen Beruf entschieden: Entdecker in Afrika.

Aber in der ersten Schulklasse schon musste er diesen Berufswunsch aufgeben. Alles schon entdeckt, das Flugzeug! Zumal er dann in der sechsten Primarschulklasse hören musste, dass diese weissen Männer keineswegs immer nur Opfer, sondern eben auch Täter waren, Täter voller Tatendrang im Kolonialwarenladen.

Was blieb dem ausgewachsenen Jüngling? Die Reise ins Innere. Nicht ins Innere des afrikanischen Kontinentes, nein, ins eigene.

 


rene-man

Rückblick

 

WIEDERAUFNAHME - KELLER62 - 18. - 27. JANUAR 2018, 20 UHR

'Der arme Mann im Tockenburg'

Neunzig Minuten mit Ulrich Bräker (1735 - 1798), seinen Lebens- und Liebesgeschichten, Ansichten, Abenteuern und Überlegungen.

René Peier und Stephen Tree, die im Keller62 mit Samuel Becketts 'Letztem Band' einen Überraschungserfolg erspielt haben, wenden sich nun aufs Neue ihrem 1987 am Schauspielhauskeller Zürich erarbeiteten Bräker-Projekt zu: Ein grossartiges Stück Prosa, das Peier in den fürchterlichen, verzweifelt komischen und absurden Nuancen so umzusetzen weiss, dass man's als tönendes Bild vor sich zu sehen glaubt (Christoph Kuhn, Tages Anzeiger, über die Uraufführung).  Mehr über die Inszenierung...

«...Das Hin und Her zwischen lebendigen Szenen und literarischer Bearbeitung solcher Momente strukturiert den Abend, erzeugt eine produktive Spannung, die spürbar bleibt, bis zum Schluss. In alle Richtungen ausgemessen wird die abenteuerliche Persönlichkeit des „armen Mannes im Tockenburg“ im Keller 62 von Alleinunterhalter René Peier – zur uneingeschränkten Freude des Publikums...»

Kritik

 

REVIEW - 'DAS LETZTE BAND' - KELLER 62

Im Leben zurückspulen

Tonbänder sind in Samuel Becketts Einpersonenstück 'Das letzte Band' mehr als Requisiten. Sie konservieren die Erinnerung des 69-jährigen Kauzes Krapp. Ein Tonband, das gibt es eigentlich nicht mehr. Dieser Datenträger ist in Samuel Becketts Einpersonenstück 'Das letzte Band' (1958 in London uraufgeführt) viel mehr als ein Requisit. Er konserviert die Erinnerung eines 69-jährigen Kauzes namens Krapp...

burcher

So ein Theater

René Peier

 

Oscar Wild: «Die Kunst ist nicht wie das Leben. Sie ist das Leben.»

De Chaschperli, de Chaschperli, de Chaschperli isch wider da! In der Turnhalle! Das Krokodil, die Hexe und der Gendarm  mit dem Räuber. Damals mit ganz neuen Heften und Bleistiften im Schultornister. Dann etwas später im Schultheater spielte ich mich aus Verwirrungen. Ein Glück in Zürich das Gastspiel der Schaubühne, Peer Gynt. Ein Stück von einem, der auszog, das Glück zu suchen. Das Sackgeld war nicht gross genug für den zweiten Abend. Als Dieb mit Gewissensbissen war ich nicht gut genug, wurde von dem Regisseur Peter Stein ertappt und sofort rausgeschmissen.

Was mich bewegt

 

Henry Hobhouse: 'Sechs Pflanzen verändern die Welt'

Aus dem Englischen von Franziska Jung. Die überarbeitete Neuauflage ist den größtenteils unbeachteten Helden gewidmet. Es sind Pflanzen, denen die Menschheit viele entscheidende Durchbrüche bei der Kolonisierung der Erde verdankt. Henry Hobhouse erzählt eine Natur-Geschichte, ohne die es keine Geschichte der Menschheit gibt...

Kurse

 

Kurse

René Peier bringt uns die Lyrik Goethes auf lebhafte, fantasievolle und heitere Art näher - Tanz und Narreneinlagen inklusive.